Pippi oder Annika?
tAls Kind wollte ich sein wie Pippi Langstrumpf: stark, mutig und frei.
Aber meine Mutter wollte lieber eine Annika.
Und ich verstehe sie jetzt. Denn, ja, es ist leichter mit einem “braven” Kind. Du fällst nicht auf als Mutter, du wirst nicht mit mitleidigen Blicken konfrontiert, hast nicht ständig das Gefühl dich entschuldigen zu müssen für dein wildes unerzogenes Kind.
Aber was macht das mit der kleinen Pippi in mir?
Ich möchte meiner Mama gefallen, also passe ich mich an. Ich schaue genau, welches Verhalten akzeptiert ist oder sogar belohnt wird. Ich merke bald, was ein tadelnder Blick bedeutet, ich erkenne die Erwartungen und agiere entsprechend. In der Schule kann ich mich auch schnell anpassen, ich lerne leise zu sein und nicht aufzufallen. Ich verstecke mich. Und warum? Weil schon meine Mutter und meine Oma gelernt haben, dass man sich anpassen muss, dass Frauen leise sind und eben “brav”.
Aber sie ist noch da, die freche wilde laute und wunderbare Pippi in mir.
Und nach vielen Jahren der Anpassung an die Erwartungen anderer habe ich mich getraut, sie wieder hervor blinzeln zu lassen.
Ich trau mich Erwartungen zu hinterfragen. Ich traue mich ehrlich zu schauen, wer ich eigentlich bin, ohne fremde Erwartungen. Ich traue mich, mich zu zeigen, manchmal leise, manchmal laut.
Traue mich zu lachen und zu tanzen
Ich trau mich, Pausen zu machen, auch wenn noch viel zu tun scheint. Ich bin unperfekt.
Ich trau mich zu spielen und zu schaukeln und das Leben aus der Hängematte heraus zu betrachten
Drei Dinge, die ich von „Pippilotta“ gelernt habe, möchte ich gerne mit dir teilen:
„Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“
Pippi Langstrumpf lebte sie aus, die Schöpferkraft, die in uns allen ist. Sie hatte ihre kreativen phantasievollen Ideen und ließ sich nicht ausbremsen durch rationale Überlegungen oder gesellschaftliche Erwartungen. Pippi gestaltete ihr Leben nach ihren Vorstellungen. Ich weiß, dass in jeder von uns diese Kraft wohnt, das Leben zu gestalten, groß zu träumen, Visionen zu haben und in uns selbst zu spüren, wie unser Leben aussehen kann.
„Das habe ich noch nie gemacht, darum bin ich ganz sicher, dass ich es schaffe“
Ich möchte wieder lernen, darauf zu vertrauen, mich als Schöpferin meines Lebens zu sehen. Ich bin stark und mutig genug selbstverantwortlich meinen Weg zu kreieren.
Ich bin nicht Opfer der Umstände oder meiner Vergangenheit.
Ich mag mein Leben frei von inneren Mustern, die mich limitieren und klein machen. Ich mag es frei von Erwartungen anderer Menschen oder gelernten Verhaltensweisen. Diese innere Freiheit hilft mir, mein Leben auch im Außen frei zu gestalten, zu singen zu lachen und zu tanzen und die Dinge einfach anders zu machen als andere Menschen.
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach nur dazusitzen und vor sich hin zu schauen
Auch Pausen zu machen und den Wolken beim Vorbeiziehen zu zugucken habe ich von Pippi gelernt. Wirklich abzuschalten ohne in Gedanken schon die nächsten anstehenden Aufgaben durchzugehen. Es zu genießen wirklich im Moment des Nichtstuns zu sein. Ich gebe zu, es war eine riesige Herausforderung und ein langer Lernprozess. Und auch heute gelingt es mir nicht immer. Und ich habe es nicht alleine geschafft. Danke an meine Coaches.
Gerade in unserer Gesellschaft scheint es schwer zu sein, Pausen wirklich zu feiern. Sprichwort wie „ohne Fleiß kein Preis“ u.ä. spielen immer noch ein Rolle. In anderen Kulturen scheinen die Menschen die Balance zwischen aktiv sein und entspannen besser zu meistern.
Heute fühle ich, ich werde geliebt auch ohne Leistung und ich bekomme Anerkennung von mir selbst.
Wie sieht dein Leben aus? Zwischen Familie und Karriere, zwischen allen Erwartungen im Außen und deiner inneren Stimme? Wenn du nur noch funktionierst und To-do-Listen immer länger werden, lade ich dich ein, dich von Pippi Langstrumpf inspirieren zu lassen und dir Zeit zu nehmen für eine Atempause
Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech und wild und wunderbar!
